Selbsthilfegruppen

Selbsthilfegruppen

VHS-Veranstaltungen

vhs-veranstaltungen

Vorträge

Vorträge

Was haben Burnout und Magersucht gemeinsam?

PDF

Manch einer, der meine Filme auf Youtube sieht, mag sich wundern, wie ich eigentlich von der Spezialisierung auf Burnout zur Behandlung Magersüchtiger komme, und ich finde diese Frage berechtigt. Hier ist meine Antwort:

Burnout Betroffene sind meistens zwischen 40 und 50, auch wenn ich bereits mit Menschen unter 30 und über 50 gearbeitet habe. Diese Menschen haben Kinder, und die bringen sie zu mir, wenn sie Vertrauen gefasst haben, und diese Kinder sind oft Jugendliche in Ihren Teens oder Twens.

Das zentrale gemeinsame Thema

Burnout und Magersucht haben ein ganz zentrales Thema gemeinsam: Die Sucht nach Kontrolle. Was der Ausgebrannte mit Arbeitseinsatz zu kontrollieren versucht, das versuchen Magersüchtige über das Essen. In beiden Fällen gehorchen sie einem ganz klaren Gesetz: irgendetwas schmerzt innerlich so sehr, dass man es unbedingt in Schach halten muss, und dies so lange, bis es eben nicht mehr geht. Und sie haben schon lange keine Ahnung mehr, was das eigentlich ist, was sie so quält. Sie haben auch keine Zeit, sich darum zu kümmern, denn die Kontrolle des unangenehmen Gefühls frisst alle Zeit auf. Beide brechen dann irgendwann zusammen: Ausgebrannte können nicht mehr arbeiten, Magersüchtige leiden an körperlicher Schwäche, können nicht mehr am Leben teilnehmen, sie zerbrechen an ihrem Zwang.

Versagen und Kontrollsucht gehen Hand in Hand

Im Youtube-Video mit meiner magersüchtigen Klientin wird dies deutlich, wenn sie erzählt, wie sie einen Teil in sich abgespalten hat, nämlich den schlechten Menschen und Versager! Sie hatte den ungeheuren Mut, diesem Persönlichkeitsanteil einen Namen und ein ganz anderes Gesicht zu geben und hielt es hilflos aufrecht, obwohl alle Behandler, Eltern und sie selbst eigentlich wollten, dass dieser Persönlichkeitsanteil verschwindet.

Genau dasselbe denkt der Burnout-Betroffene von sich, er hält sich für einen Versager, weil er seinen eigenen Vorgaben und denen anderer nicht mehr folgen kann. Und nichts ist schlimmer, als so schlecht über sich zu denken! Die Hölle ist im eigenen Kopf und die hat man nun einmal immer dabei. Und so beginnt das Hamsterrad des Kontrollierens, bis die Kontrolle mehr schmerzt als das Bedrohliche im Inneren, das man nicht hören, nicht sehen und nicht fühlen kann und vor dem man solche namenlose Angst hat.

Erkennen ist das eine, den Wandel vollziehen das nächste und das dauert etwas länger. Genau wie Hannah beschreibt, begann für sie der Wandel in dem Moment, als einmal jemand eben NICHT in Ihre Überzeugung einstimmte, mit ihr müsse etwas ganz verkehrt sein, sonst wäre sie nicht so wie sie eben ist. Mit Manipulation oder noch mehr Zwängen kommt man dann nicht besonders gut weiter, ich höre selten Positives von Betroffenen über die Aufesszwänge in der Therapie - ein Widerwille bleibt. Hannah bekam ab der ersten Sitzung für diesen Persönlichkeitsanteil einen weiteren Stuhl, einen extra Platz angeboten, damit sie endlich Gelegenheit bekam, sich ihre Überzeugungen anzuschauen und deren Wirkung auf sich selbst zu untersuchen. Alles im Leben unterliegt einem Wandel, nur das, was wir unbedingt vernichten wollen, bleibt immer gleich und unverrückbar. Und so begann der Wandel für sie mit der Erkenntnis: "da ist etwas in mir und das will was und ich will es nicht und was mache ich jetzt damit?"

Genau hier setzt meine Arbeit mit dem Klienten und die des Klienten mit sich selbst ein. Als ich die Rolle einnahm, die ihr nicht möglich war, sich selbst als völlig in Ordnung zu sehen, konnte auch sie damit beginnen, sich anders zu sehen.

Hannah beschreibt sehr eindeutig, wievielen weiteren Zwängen sie im Laufe ihrer Behandlung zusätzlich ausgesetzt wurde und wie viel leichter es ihr fiel, den Weg aus der inneren Zwangslage heraus mit entsprechender Begleitung selbst zu bestimmen und ihn heute immer eigenständiger gehen zu lernen, ihr ganz normales Menschsein als schön und Schönheit in sich zu erleben.

Kann man sich zwingen, das Leben zu lieben?

Sie sagt aber auch, dass es einen Punkt gibt, an dem die Klinik und die Fürsorge sein muss.Und was sie nicht sagt, muss auch gesagt werden: Nicht jeder kann den Weg wie Hannah gehen, alle Therapeuten und Ärzte, die den Magersüchtigen unserer Zeit helfen wollen, haben nur Gutes für sie im Sinn: manchmal glauben wir alle, man könne sich dazu zwingen, das Leben zu lieben.

Hannah sagt auch, dass die Zeit nach der Klinik eine ganz besondere Bedeutung hat, denn hier muss das Gelernte manifestiert und umgesetzt werden. Hier durfte ich mit ihr arbeiten und es war ein ganz besonderes Vergnügen!

Urteilen Sie also selbst über Ihre Vorstellung von Hilfe: Noch mehr Zwänge, um endlich das vorgestellte Maß zu erfüllen oder ein bisschen Akzeptanz und Liebe für das im tiefen Inneren eingeschlossene kleine dunkle Geheimnis, das schließlich die Blume des eigenen Lebens wieder nähren und aufrichten kann?

Dankbarkeit macht den Ärmsten reich und dieser Reichtum ist die Kraft unseres täglichen Lebens. Hannah hat gelernt, sich selbst zu helfen und erwähnt verschiedene Autoren, die ich hier empfehlen möchte:

a) "The Work" nach Byron Katie aus den USA, die mir und meinen Klienten dabei hilft, in einem einfachen Prozess nach den anfangs notwendigen anfänglichen "Seelen-Operationen", den guten Weg des eigenen Lebens wieder entdecken und sehen zu lernen, dem eigenen schmerzlichen Denken mutig begegnen und es wandeln zu können. Buchtipp: "Lieben was ist" und "Ich brauche Deine Liebe, stimmt das?".

b) Julia Cameron mit dem "Weg des Künstlers", die den Zwanghaften, die alles selber tun wollen, einen Leitfaden in die Hand gibt, dem sie in kleinen täglichen Schritten folgen können.

c) Traumreisen (Shakti Gawain) oder Meditationen, in denen sich Betroffene wieder an den guten und friedvollen Orten ihres Geistes einfinden lernen, in denen sie den verloren geglaubten Frieden in sich wieder finden und sich ausruhen können. Diese erhalten Sie auch auf CD oder Download bei mir.

Feedbacks

Feedbacks zu Selbsthilfe Gruppen Jan 2011

Gaestebuch...Es war ein einzigartiges Erlebnis, jeder Gedanke hätte meiner sein können, ich habe unglaublich viel mitgenommen für mich, aus nur 2 Stunden... Karin B., 28, Schifferstadt

...Diese Gruppen sind absolut unglaublich, die Erkenntnisse gehen so tief, wirken so lange nach, die Gespräche sind so positiv, sie wirken lange nach! Danke. Susanne P, 56, Speyer

...Wieso habe ich noch nie von dieser Methode gehört? Seit Jahren quäle ich mich von Therapie zu Therapie und hier lösen sich Schleier vor meinen Augen in nur 2 Stunden. Wie kann das sein? Gerd B., 55, Limburgerhof

... am schönsten ist, dass man nicht so im "Dreck" wühlen muss und mit einer anderen, logischen, sachlichen und deutlich klareren Sicht auf das was einem quälte sich endlich befreit fühlen kann. Ich komme wieder! 35, Peter H., Mannheim

... ich habe sofort nach der Gruppe angefangen fleissig zu üben und stelle fest, Psychohygiene ist etwas unglaublich Schönes. Christoph P, 37, Altrip