Selbsthilfegruppen

Selbsthilfegruppen

VHS-Veranstaltungen

vhs-veranstaltungen

Vorträge

Vorträge

Wichtiges über Depressionen

PDF

Mehr als 4 Millionen Betroffene

4 Millionen Deutsche leiden unter der großen Spaßbremse. Alles erscheint sinnlos, hoffnungslos, man wird emotionslos. Wer unter Depressionen leidet, ist schlaflos und antriebslos und geht sich selbst am liebsten aus dem Weg. Die Depression ist die häufigste seelische Störung überhaupt, und auch die teuerste. Sie kostet viele Menschen das Leben durch Suizid, sie kostet viele Jahre Lebensqualität, in denen sich Patienten nur quälen und sie kostet die Gesellschaft Milliarden, weil Depressive lange ausfallen. 

Was ist das eigentlich?

Der Begriff „Depression“ bedeutet in Medizin, Psychologie und Alltag häufig ganz unterschiedliche Phänomene: von einer leichten Verstimmung bis hin zu einer schweren psychischen Störung. Betroffene und Therapeuten sind sich da nicht immer einig, wovon wer gerade spricht.

Vorgänge im Gehirn

Was passiert bei einer Depression im Gehirn? Die komplizierten Gleichgewichte der verschiedenen Signalstoffe sind gestört. Es fehlen die Botenstoffe für Freude und Antrieb, Serotonin und Noradrenalin. Das Nervenwachstum verringert sich ebenso, wie sich der Depressive von seiner Außenwelt zurückzieht. Dieses fehlende „Netzwerken“ im Kopf erklärt, warum eine Behandlung mit Medikamenten meist nicht sofort greift, sondern bis zu 4 Wochen dauern kann. Daher wird häufig leider von Ärzten und Patienten dann das Präparat abgesetzt oder ausgetauscht, bevor man wirklich wissen kann, ob das erste wirksam ist.

Unterschiedliche Schweregrade

Man unterteilt hierbei Schweregrade, je nach Stärke und Dauer der Symptome. Selbst-Diagnosen machen durchaus Sinn, sollten jedoch von einem Arzt bestätigt werden. Manche Depressiven neigen zur permanenten Selbstbeobachtung und ziehen sich damit herunter, andere ignorieren hingegen jegliche seelische Komponenten und rennen manchmal jahrelang wegen Herz, Rücken oder Verdauungsproblemen zum Arzt, bis die richtige Diagnose gefunden wird.

Dunkle Denkspiralen

Depression ist eine Denk-Krankheit, kein Versagen. Ein Teil dieser Hilflosigkeit ist jedoch hausgemacht, denn auch wenn es eine genetische Veranlagung gibt, ist doch klar: Depression kommt aus dunklen Gedanken, ganz gleich woher diese stammen.

Viele Depressive haben so sehr gelernt, hilflos zu sein, dass sie verlernt haben, auf die eigene Freiheit zuzugehen. Sie leben in ihrem Denk-Käfig, und kommen dann auch nicht mehr aus ihren Endlosschleifen heraus: „Ich bin wertlos, meine Welt ist düster, meine Zukunft ist hoffnungslos“. Sie benötigen Hilfe und Therapie, um ihren Platz und Sinn in dieser Welt wieder zu sehen, zu spüren und einnehmen zu lernen.

Sinnlose Scham und Schuld

Schlimm ist besonders das Stigma, das der Depression bis heute anhängt. Betroffene schämen sich und hoffen, dass die Erkrankung biologisch bedingt sei und man sie nicht selbst verschuldet hat. Es ist die schmerzlichste Erfahrung eines Lebens und das, wovor viele Menschen die größte Angst haben, ohne es wirklich zu wissen.

Welchen „Sinn“ macht eine Krankheit, die alles sinnlos werden lässt?

Häufig den einer Notbremse. Permanenter Stress und Überforderung führen zum Rückzug aus dem aktiven Leben, Betroffene sparen Energie und suchen Hilfe.

Und noch häufiger den einer Umkehr zu sich selbst. Zu dem Selbst, das man vor lauter Zielen aus den Augen verloren hat. Viele sagen hinterher: was bin ich froh, dass es mich ereilt hat, das was ich heute bin, hätte ich ohne diese Krise nicht werden können.

Gute Ratschläge sind fehl am Platz

Gut gemeinte Ratschläge wie „raff dich doch einfach auf“ oder „reiß dich zusammen“ sind komplett nutzlos und machen alle Beteiligten nur noch hilfloser und teilweise bockig. Sie können die Krankheit sogar verstärken, denn der Kranke will ja und kann nicht und wirft sich dies immer wieder vor, was die Spirale nach unten noch antreibt.

Man kann diese Gedankenmuster mit unterschiedlichen Therapieansätzen unterbrechen!

Bei der „Kognitiven Verhaltenstherapie“ lernt man, schmerzliche Gedanken einzufangen, zu hinterfragen, und ihr selbstzerstörerisches Potential zu entkräften und ist eine der wissenschaftlich wirksamsten Methoden, Depressionen zu behandeln.

Eine Kombination mit Entspannungs- und Meditationstechniken ist ebenfalls sehr wirksam. Bei der Entspannung lernt der Depressive den Stress, der die Depression mit ausgelöst hat, körperlich zu lockern und sein Gehirn entdeckt wieder friedliche Inseln, die es gerne wieder erweitert. Achtsamkeits-Meditation lässt ihn Distanz zu seinen negativen Gedanken finden, er glaubt sie nicht mehr umgehend und fällt in sie hinein, sondern lässt sie vorbeiziehen und findet wieder zu heiterer Gelassenheit.

Ergänzt werden diese Methoden auch durch die „Interpersonelle Therapie IPT“ die den Umgang mit anderen Menschen wieder übt. Diese haben einen großen Einfluss auf unser Wohlbefinden, und so lernt man mit Hilfe der Depression, sich zu trainieren, wie man mit anderen gut auskommt und auch deren Gefühle zu verstehen, nicht nur die eigenen.

Die Methode „The Work“ nach Byron Katie aus den USA, mit der ich häufig arbeite, vereint auf einzigartige Weise Achtsamkeit, Entspannung, Verhaltenstherapie, Meditation und Ursachenforschung miteinander und ist doch keine Therapie sondern eine Selbsthilfemethode, die jedoch zunehmend in Kliniken und Gruppen weltweit, auch bei Suchtkrankheiten, angewandt wird. Dabei wird nicht im Dreck gewühlt, keine Schuld zugewiesen sondern hinterfragt. Die Begegnung mit der eigenen Wahrheit ist eine langsam immer tiefer werdende Meditation, man lernt sich selbst gegenüber wieder achtsam zu werden und nimmt gleichzeitig Distanz zu den Gedanken ein, sonst könnte man sie ja nicht beobachten. Resultate des Erarbeiteten können tiefes Verstehen der eigenen Unschuld, ein Sortieren der Zuständigkeiten, Auflösung von Schuld und Schuldzuweisungen sein. Gerade Menschen, die ungeübt sind in der Innenschau können damit viel anfangen, denn man folgt einer klaren Struktur: Es gibt immer wieder diesselben Fragen, die man auf immer wieder neue Geschichten anwendet.

Die Work ist keine Pille, die man einwirft und bewirkt rein gar nichts, wenn man sie nicht nutzt. Sie wirkt nicht in der Theorie, sondern in der Praxis. Geschieht dies regelmässig, lernen Betroffene, oder vielmehr deren Gehirn, neue Synapsen zu bilden und die gewonnenen Erkenntnisse schnell positiv umzusetzen. Das Denken kann dann wieder hell, freundlich und positiv werden.

Wann braucht man Medikamente?

Bei leichter Depression braucht man sie nicht. Da helfen drei Dinge, die auch jedem Gesunden gut tun. Bewegung, sozialer Kontakt und Zuwendung von Freunden oder eben einem Therapeuten.

Bei schwerer Depression ist oft ein Gespräch gar nicht möglich, und da können Medikamente sehr helfen, eine psychotherapeutische Situation überhaupt erst herzustellen.

Wer schwer depressiv ist, tut sich keinen Gefallen, keine Medikamente zu nehmen. Sie haben zwar Nebenwirkungen, aber verglichen mit der Wirkung einer Depression, sich an nichts zu erfreuen und sich evtl. umzubringen, sind sie eindeutig das kleinere Übel. Der eigenen Hirnchemie zu helfen, ist kein Frevel. Wer nach vergeblichen Versuchen mit Gesprächen, kognitiver Verhaltenstherapie, Meditation u.v.m. gegen den gezielten Einsatz von Medikamenten ist, könnte fahrlässig handeln.

Machen Antidepressiva süchtig?

Nein. Denn es gibt sie nicht auf dem Schwarzmarkt und sie schaffen keine körperlichen Abhängigkeiten.

Statistiken beweisen, dass Deutsche und Niederländer diese Medikamente am sparsamsten verbrauchen. Italien, Belgien, Spanien und Frankreich hingegen betreiben deutlich mehr Stimmungsdoping als wir.

Der Stationäre Aufenthalt

Wenn Depressive damit beginnen, sich selber gefährden, muss stationär behandelt werden. Zwar haben viele Angst davor, aber wer ernsthaft psychisch krank ist, erlebt es oft als eine Erleichterung, einen Ort zu haben, an dem sich Profis, Pflegekräfte und Mitpatienten mit dem auskennen, was einem selbst gerade völlig unmöglich ist. Und auch, dass sie die Wege und Möglichkeiten kennen, wie man aus der Misere wieder herauskommt.

Feedbacks

Geniale Powernaps

... die Powernaps sind einfach genial ... ich kann sie jedem gestressten Kollegen nur empfehlen... Martina W., BASF Ludwigshafen